Protokolle
Evangelische Kinderbetreuung in Österreich
Arbeitsgemeinschaft PädgogInnen
Ordentliche Mitgliederversammlung
Samstag, 28. April 2007, 14:00 bis 16:00
Graz, Heilandskirche, Franz-Josef-Platz 1
Anwesende:
Dagmar Petrovitsch, Obfrau
Karin Hartmann, Kassierin
Christine Thaller, Schriftführerin
Sandra Hanek, St. Pölten; Edith Hofmann, Graz; Elisabeth Jaritz, Graz; Heike Konrath, Wien; Helene Piekartz, Wien; Doris Pollaschek, Wien; Anita Wagner, Graz; Ursula Zrustek, Wien
Gast: Mag. Volker Toth, Salzburg
TOP 1 Einheitliches Dienstrecht
Ausgangspunkt der Beratungen ist die Situation, dass für die Einrichtungen in diakonischer Trägerschaft seit dem 1. Mai 2006 ein entsprechender Kollektivvertrag vorliegt. Für die andere, etwa gleich große Gruppe von Einrichtungen fehlen jedwede einheitliche Regelungen. Vor allem wurde bewusst, dass die Arbeit von Kindergartenpädagoginnen, Hortnerinnen und Betreuerinnen im Rahmen der Evangelischen Kirche (Gemeinden und Vereine) in der "Dienstordnung 2003 für die bei der Evangelischen Kirche beschäftigten Dienstnehmer" außer im § 19 (Gehalt) nicht geregelt ist. In der Folge finden diese Beschäftigten auch keinerlei Erwähnung in der "Ordnung der Vertretung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Evangelischen Kirche" (OdVM 2000).
Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurde von den anwesenden Pädagoginnen beschlossen, an den Evangelischen Oberkirchenrat A.u.H.B. nachstehende Punktation, mit der Bitte um Kenntnisnahme und weiter führende Gespräche, beschlossen.
- Schaffung eines einheitlichen Dienstrechtes für Pädagoginnen, Hortnerinnen und Betreuerinnen im Dienstverhältnis zu Einrichtungen der Evangelischen Kirche
- Etablierung einer (Standes)Vertretung
- Klares Entlohnungs- und Einstufungssystem mit Berücksichtigung von Zusatzqualifikationen (keine Mindestlöhne!)
- Regelung der finanziellen Rahmenbedingungen für eine Kinderbetreuungseinrichtung (Kostenwahrheit, Transparenz, Overheadkosten)
- Kompetenzenregelung zwischen Leitung und Träger der Einrichtung
- Klare Richtlinien in Personalfragen und -entscheidungen
Die Pädagoginnen, Hortnerinnen und Betreuerinnen leisten Tag für Tag professionelle Arbeit, gerade auch für die Anliegen der Evangelischen Kirche. Eine einheitliche Dienstordnung ist ein Zeichen der Wertschätzung und Fairness. Der finanzielle Druck, unter dem manche Einrichtungen leiden, darf nicht auf die Mitarbeiterinnen heruntergebrochen und zur existenziellen Bedrohung werden.
Als geeigneten Zwischenschritt bis zur Lösung durch die Synode betrachten wir eine Empfehlung des Evangelischen Oberkirchenrates an die Erhalter, den Kollektivvertrag der Diakonie anzuwenden.
TOP 2 Statuten
Die Statuten der evang.KiBe/ARGE PÄD wurde mit den vorgeschlagenen Änderungen einstimmig beschlossen.
TOP 3 Bericht der Obfrau
- Laufende Gespräche mit dem evang. Oberkirchenrat, vertreten durch Mag. Dieter Bergmair
- Arbeit an einem Qualitätshandbuch für evang. Kinderbetreuungseinrichtungen im Auftrag des evang. Oberkirchenrat
- Schaffung einer eigenen Studienbibliothek und –mediathek
- Bericht über Schwierigkeiten 2-er Kolleginnen mit den Trägern;
die große Betroffenheit soll durch einen einstimmig beschlossenen Solidaritätsbrief für beide Kolleginnen an die jeweiligen Träger ausgedrückt werden (Kopien an Landeskurator HR. Dr. Lattinger und Superintendenten Mag. Lein) – einstimmig beschlossen
TOP 4 Vertrauenspersonen
Für den Bereich Süd soll von den Grazer Kolleginnen bis zur nächsten Mitgliederversammlung ein Vorschlag für die Mitarbeit als Vertrauensperson erstellt werden
TOP 5 Termine
Die nächste ordentliche Mitgliederversammlung soll im Rahmen der nächsten zweitägigen Studientagung, Ende April 2008 in Salzburg (Thema: „Qualitätshandbuch“) stattfinden.
Bemerkungen
Die Mitgliederversammlung hat sich mit „Heißen Eisen“ beschäftigt; die Betroffenheit der anwesenden Pädagoginnen war groß und wurde in den Wortmeldungen deutlich artikuliert; ebenso deutlich spürbar war der Zusammenhalt, die Entschlossenheit und die Kraft dieser Gruppe.
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